20.11.2017

Malte Tückmantel

Trailrunning – Die ganz besondere Gangart

Malte Tückmantel

Trailrunning – Die ganz besondere Gangart

Es geht über Stock und Stein, über Schotter oder Wiesen, bergauf und bergab – Weit abseits von den angelegten Straßen und Wegen „normaler“ Jogging-Routen findet das Trailrunning statt. Trailrunner bewegen sich auf besonderen Pfaden, brauchen eine andere Ausrüstung, mehr Konzentration und eine bessere Ausdauer als ihre Kollegen auf dem Asphalt. Das oft schwierige Gelände erfordert weitaus mehr Koordination von Muskeln und Geist und wird daher auch als anspruchsvoller und als das beste Naturerlebnis für Läufer angesehen.

Viele Wege führen zu einem besseren Fitness-Stand beim Laufen – nicht nur auf Asphalt, sondern auch auf Schotter oder Waldboden. Die sogenannten Trails liegen abseits der gewöhnlichen Laufstrecken, die Straßenläufer im Training nutzen. Trails führen durch Wälder, über Hügel und Berge und manchmal sogar durch den einen oder anderen Bach. Vor allem für fortgeschrittene Läufer, die eine neue Ebene im Training erreichen wollen, bietet es sich an, ganz neue Wege im Lauftraining zu beschreiten.

Der besondere Trainingseffekt

Große Vorbilder wie zum Beispiel Norpoth, Hallberg, Ovetts oder Baumann gingen schon mit gutem Beispiel voran und hatten stets nur Positives über das Trailrunning zu berichten. Denn mit dem Training auf unangelegten Wegen in der Natur atmet man nicht nur gesunde Luft, sondern fordert dem Körper auch mehr ab als auf der Straße. Unebenheiten im Boden, Wurzeln im Wald oder gar Sand erfordern höchste Konzentration vom Läufer und steigert zudem die Kondition – Beides Dinge, die jeder Läufer gut gebrauchen kann.

Mit jedem Schritt in Wald und Flur muss der Trailrunner seine Körper ausbalancieren, das Gleichgewicht halten und sein Stehvermögen beweisen. Gleichzeitig fordern weichere Untergründe wie zum Beispiel auf Finnpfaden oder auf Dünen alles von der Beinmuskulatur ab. Wer seinen Körper in solch anspruchsvollem Terrain schult, der meistert danach jede Aufgabe auf Asphalt mit Leichtigkeit!

Möglichkeiten zum Trailrunning gibt es nahezu überall. Einfach mal beim nächsten Lauftraining die gewohnte Strecke verlassen und die nahegelegene Natur erkunden. Beinahe jedes Gelände eignet sich für einen Traillauf. Alles was man für den Anfang braucht, ist ein bisschen Weg, auf dem man Wälder, Hügel oder auch Dünen überqueren kann um im Lauftraining neue Wege einschlagen.

Ein guter Schuh ist die beste Grundlage

Um auf diesen neuen Wegen stets sicher und erfolgreich unterwegs zu sein, benötigt der Trailläufer jedoch gegebenenfalls auch spezielle Ausrüstung. So lange man sich auf Schotter- Wiesen oder einfachen Waldböden bewegt, kann man auch beim Trailrunning dieselben Schuhe nutzen, die man auch im Park oder auf dem Gehweg benutzt.
Je höher der Schwierigkeitsgrad des Terrains jedoch wird, desto höher werden auch die Ansprüche an das Läufer-Equipment.

Oberste Priorität haben hier die Trailschuhe. Sie sind meist durch eine dunkle Farbe zu erkennen und bestehen aus robusterem Material als herkömmliche Laufschuhe. Manche Modelle haben einen Rundum-Besatz, der zusätzlichen Halt gibt und das Eindringen von Wasser verhindern soll.
Die Sohle hat ein grobes Profil, was beim Laufen für besseren Halt auf dem Oft lockeren Untergrund sorgt. Ähnlich wie bei Auto- und Fahrradreifen sorgt das Profil für besseres Vorankommen in Matsch und bei Regen.

Der Schuh ist grundsätzlich sehr flach konzipiert und weist eine breitere und dickere Mittelsohle auf. Dadurch ist ein sicherer Halt gewährleistet und der Läufer knickt nicht so leicht um. Den gleichen Zweck hat auch die für das Trailrunning typische Schnürung: Auch sie dient der Fixierung des Mittelfußes und wird zudem verdeckt, damit sie sich nicht in Pflanzen verfängt.

Je nach Trainingsintensität und –Häufigkeit empfiehlt es sich, mehrere Paar Laufschuhe zu haben. Dabei ist jeder Fuß ergonomisch unterschiedlich und in Fachsportgeschäften bekommt man, basierend auf einer Videoanalyse, den idealen Laufschuh empfohlen. Die Kosten für Trailrunning-Schuhe können gut und gerne die 100€-Marke übersteigen, doch gerade beim Laufschuh sollte man nicht unnötig sparen, um gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Zusätzliche Ausrüstung für Trailrunner

Neben den Schuhen sind atmungsaktive, wasserdichte Textilien sehr empfehlenswert. Sogenannte Funktionstextilien für Läufer weisen Wasser und Wind ab, lassen gleichzeitig aber den durch die Transpiration entstehenden Wasserdampf nach außen entweichen. Dies ist besonders wichtig, damit der Körper beim Laufen nicht erhitzt – parallel saugt die Kleidung sich jedoch nicht mit Flüssigkeiten voll und sorgt so für ein ideales Klimaverhältnis beim Laufen.

Zusätzliche Ausrüstungsgegenstände werden außerdem erforderlich, wenn man besonders lange Touren oder Etappenläufe durch die Natur unternimmt. Hier steigen die Anforderungen mit dem Trainingsstatus. So führen professionelle Trailrunner auch Getränkegürtel oder Rucksäcke mit sich.

Wie hoch man Trainingsziele setzt, sollte man stets der eigenen Leistungsfähigkeit anpassen. Sicherlich empfehlen sich für den Anfang Cross-Running-Strecken auf leichterem Untergrund wie Wiesen oder Schotterwege, die sich mit asphaltierten Wegen abwechseln. Diese Stufe des Trainings erfordert keine besondere Ausrüstung.
Beim Cross-Trail geht es ausschließlich über Untergrund abseits der asphaltierten Wege. Hier sollten schon wenigstens gut gedämpfte Schuhe verwendet werden.
Die Trail-Adventure ist eine der schwierigeren Varianten im Lauftraining. Trail-Adventure führt den Läufer in extremes Gelände. Hier herrschen oft starke Steigungen und schwerer Untergrund wie Fels und Geröll. Hoch entwickelte Schuhe sind hier empfehlenswert, damit optimaler Grip und perfekter Halt gewährleistet sind.

Trailrunning extrem

Wer seine Leistung mit anderen Trailrunnern messen möchte, kann sich zum Beispiel beim GutsMuths-Rennsteiglauf anmelden. Er wird seit 1973 ausgetragen und ist mit über 10.000 Teilnehmern der größte Landschaftslauf Europas. Im Angebot sind hier drei verschiedene Distanzen, der Supermarathon über knapp 73km, der Marathon über knapp 43km und ein Halbmarathon über gut 21km. Der Rekord im Supermarathon aus dem Jahre 1998 liegt übrigens bei 5:05:13 – Ein Ergebnis, dass sicherlich nur mit jahrelangem Training und bester Trailrunningausrüstung erreichbar ist.

Wer es noch ein wenig extremer möchte, kann auch am Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) teilnehmen: Die Streckenlänge beträgt 160km und 9000 zu überwindende Höhenmeter! Einer der anspruchsvollsten Läufe weltweit, den die Teilnehmer in einem Zeitlimit von 46 Stunden bewältigen müssen. 

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