20.11.2017

Martin Henning

Hot Hula – Der Fitness-Trend aus Polynesien

Martin Henning

Hot Hula – Der Fitness-Trend aus Polynesien

Das Fitnessjahr 2012 stand ganz im Zeichen von Zumba. Das Tanz-Workout des Kolumbianers Alberto „Beto“ Perez begeisterte Millionen von Menschen auf der ganzen Welt und hat mittlerweile auch Deutschland in seinen Bann gezogen. Anna-Rita Sloss möchte 2013 mit einem ähnlichen Konzept für Furore sorgen: Sie ist die Erfinderin von Hot Hula, einem Fitness-Workout, dass mithilfe von polynesischer Musik, Reggae- und Hip-Hop-Beats zur Traumfigur verhelfen soll. Hier heißt es: Sich in Form bringen durch Hüfte schwingen!

Viel lässt sich über Hot Hula nicht herausfinden. Es existiert keine Wikipedia-Seite und auch auf der firmeneigenen Webseite sind die Informationen eher spärlich gesät. Lediglich ein Drei-Minuten-Clip auf der Hot-Hula-Webpage liefert einen ersten Einblick in das Konzept der Neuseeländerin Anna-Rita Sloss, die 2009 gemeinsam mit drei Freunden die Firma  Anna-Rita Sloss Enterprises, LCC gründete und ihr Workout seitdem vor allem in den USA, Australien, Neuseeland und im Vereinigten Königreich verbreitet.

Dass nur wenige Informationen über Hot Hula existieren, verwundert ein wenig – schließlich ist Sloss´ Trainingsprogramm zum absoluten Renner im pazifischen Raum mutiert und wurde bereits in der US-amerikanischen Reality Show „America´s Next Top Model“ präsentiert. Pro Woche finden weltweit gut 1.000 Kurse statt, über 1.200 zertifizierte Trainer lehren ihre Schüler heiße Tanzrhythmen. Hot Hula gilt als DER Fitness-Trend 2013.

Vielleicht liegt der spärliche Informationsgehalt ja in Sloss´ Persönlichkeit begründet. Denn anders als zum Beispiel bei ihrem Kollegen Bikram Choudhury, der mit Hot Yoga ein äußerst erfolgreiches Trainingsprogramm konzipiert hat und sich gerne in der Öffentlichkeit präsentiert, ist über die Erfinderin von Hot Hula nur wenig bekannt. Aus einer sportbegeisterten Familie mit samoanischen Wurzeln soll sie stammen und nach der Geburt ihrer Kinder mit Gewichtsproblemen und Depressionen zu kämpfen gehabt haben, bis sie die Fitnesswelt für sich entdeckte. Ansonsten macht Sloss wenig Aufhebens um ihre Person – hier soll wohl eher das Workout selbst im Vordergrund stehen.

Der Körper soll eine Geschichte erzählen

Die Neuseeländerin hat sich bei ihrem Fitnessprogramm von ihrer eigenen Kultur inspirieren lassen: Die Trommelklänge der polynesischen Urvölker sind ein wesentlicher Bestandteil des Hot Hula. Und so wundert es nicht, dass auch die Bewegungsabfolgen der östlichen Kulturregion Ozeaniens entlehnt sind – sexy Hüftschwünge gehören zum Workout wie der Aufstrich aufs Brot.

Hula-Tänzerin

Hot Hula („Hula“ ist hawaiianisch für „Tanz“) ist ein 60-Minuten-Ganzkörper-Trainingsprogramm. Durch Einsatz der Arme sowie durch die stetige Tanzbewegung werden gleichermaßen Bauch, Rücken, Arme, Schultern, Beine und Po bis in die tiefen Muskelschichten trainiert. Zwar sind die Bewegungen langsamer und weniger explosiv als bei Zumba, durch die stetige Körperspannung werden aber auch hier ordentlich Kalorien verbrannt – je nach Leistungsstand sind zwischen 500 und 900 Kcal pro Stunde möglich. Das gemäßigte Tempo und die fließenden, gelenkschonenden Bewegungen machen das Fitnessprogramm auch für ältere und übergewichtige Menschen sowie Personen ohne Tanz-Vorkenntnisse interessant.

Der Körper, so heißt es, soll beim Hot Hula eine Geschichte erzählen. In Verbindung mit den Trommel-, Reggae- und Hip-Hop-Sounds entsteht ein ganz eigenes Gefühl, das die Trainierenden begeistert. Von Urlaubsfeeling ist hier oft die Rede – dies wird durch das Tragen von Sarong (dem klassisch polynesischen Rock) oder Badetuch verstärkt. Und noch ein weiteres Merkmal macht das Workout so interessant, meint Anna-Rita Sloss: „Hot Hula Fitness vermittelt dem Trainierenden das Gefühl, zu einer Familie zu gehören. Das liegt an der polynesischen Kultur.“

Hot Hula: Wir-Gefühl im Kursraum

Dieses Wir-Gefühl ist auch einer der Vorzüge des Konkurrenzproduktes Zumba. Ob sich die Neuseeländerin bei Hot Hula an dem noch erfolgreicheren Fitnessprogramm orientiert hat, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass sie mit ihrem Konzept absolut im Trend liegt: Abnehmen durch Tanzen ist beliebter denn je. Wer die Erfahrung macht, dass Gewichtsverlust ohne großen Aufwand möglich ist, der wird dem Fitnesskurs sehr wahrscheinlich die Treue halten. Nebenbei noch sexy Tanzmoves zu lernen, kann dabei nicht schaden.

Deutsche Fans müssen sich für das Live-Erlebnis noch etwas gedulden. Erst allmählich finden auch in deutschen Fitness-Studios die ersten Hot-Hula-Kurse statt. Wer in seiner Umgebung keine Kurse findet, sollte auf das 2011 erschienene DVD-Set „Hot Hula Fitness“ zurückgreifen, das im offiziellen Shop oder auf Ebay erhältlich ist. Spätestens Ende dieses Jahres jedoch dürfte Hot Hula eine ernst zu nehmende Alternative auf dem deutschen Fitnessmarkt sein.

Anna-Rita Sloss indes möchte sich nicht auf dem Erfolg ihres Trainingsprogramms ausruhen: Mit „Hot Fusion“ hat sie Ende 2012 ein weiteres Workout entwickelt, das seit Anfang 2013 unterrichtet wird.

 

Bildquelle: JoshBerglund19, http://www.flickr.com/photos/tyrian123/2121112210/sizes/z/in/photostream/ und Alaskan Dude, http://www.flickr.com/photos/72213316@N00/4828565359/sizes/z/in/photostream/  

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