25.09.2017

Martin Henning

Verzicht auf Frühstück steigert das Herzinfarkt-Risiko

Martin Henning

Verzicht auf Frühstück steigert das Herzinfarkt-Risiko

Morgens essen wie ein Kaiser – das schreibt ein bekanntes Stichwort vor. Ob übermäßig viel beim Frühstück verzehrt werden sollte, darüber streiten sich Ernährungsexperten. Dass etwas gegessen werden soll, davon sind jedoch die meisten Experten überzeugt. Unterstützung erfährt diese Aussage von einer neuen US-Langzeitstudie: Demnach steigt das Herzinfarkt-Risiko bei Männern, die ihr Frühstück regelmäßig ausfallen lassen, um fast ein Drittel.

Forscher der Harvard School of Public Health in Bostonwerteten für die Studie Daten von 26.900 Männern aus dem Gesundheitswesen aus. 16 Jahre lang gaben diese Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten, Freizeitaktivitäten und ihren Gesundheitszustand. 1.600 Probanden erlitten während dieses Zeitraums Herzrhythmusstörungen und andere koronare Krankheiten. Anfällig waren dabei offenbar vor allem diejenigen Männer, die kein Frühstück zu sich nahmen: Die Frühstücksverweigerer wiesen ein um 27 Prozent höheres Risiko auf, einen Herzinfarkt oder eine Erkrankung der Herzkranzgefäße zu erleiden.

Zudem erwies sich auch extrem spätes Essen als Gesundheitsrisiko. Männer, die ihr Abendessen sehr spät einnehmen, hatten um 55 Prozent erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Allerdings seien solche Essgewohnheiten eher selten, sodass kein gravierendes Gesundheitsproblem bestehe, so die Wissenschaftler.

Frühstücken sei jedoch elementar, betont Studienleiterin Leah Cahill. Das habe die Untersuchung erneut gezeigt: „Das Weglassen des Frühstücks kann zu einem oder mehreren Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes führen, die im Laufe der Zeit einen Herzinfarkt verursachen können.“ Vorsicht in Bezug auf die Ergebnisse gelte dennoch – viele der Frühstücks- waren zudem Bewegungsmuffel und rauchten häufiger. Auch gab es unter den Probanden viele Vollzeitarbeitende, Unverheiratete und solche, die überdurchschnittlich viel Alkohol tranken. Diese Faktoren sowie Drogenkonsum und psychischer Stress könnten ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung von Herzkrankheiten gespielt haben.

Ob die gewonnenen Erkenntnisse auch auf Frauen übertragen werden können, ist unklar. Dazu sollen weitere Studien erhoben werden. 

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