24.03.2017

Felix Felder

Stress Management im Vergleich – Das Fazit der nomox-Interviewreihe

Felix Felder

Stress Management im Vergleich – Das Fazit der nomox-Interviewreihe

Eine Woche lang stand bei wellbo das Thema Stress Management im Mittelpunkt. In einer Interviewserie befragten wir ehemalige Kader-Athleten, Auswanderer und Extremsportler, die von ihren Erfahrungen mit Stress berichteten. Zu den Befragten zählte der Kanute Manuel Matzka, die Basketball-Bundesliga-Spielerin Franziska Höre, Wingsuit-Pilot Maximilian Werndl und die schwedische Auswanderin und Personal Trainerin Emilia Andersson. Jeden unserer Teilnehmer konfrontierten wir mit einem achtteiligen Fragenkatalog. Das Entscheidende dabei: Fünf der besagten Fragen zielten inhaltlich auf den gleichen Kontext ab und ermöglichten so einen Vergleich der befragten Personen und deren Meinung und Einstellung zum Thema Stress Management. Dabei herausgekommen ist ein bunter Mix an Antworten, der eindrucksvoll unterstreicht, wie unterschiedlich und vielseitig die Themen Stress und Entspannung in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden.

Was ist Stress?

Ein Schwerpunkt des Interviews zielte auf die Frage ab, wie die einzelnen Teilnehmer den Begriff „Stress“ aus ihrer Sichtweise in einen Kontext einordnen würden.  In einem Punkt waren sich die Befragten dabei nahezu einig: Stress lässt sich in zwei Arten unterteilen. Manuel Matzka benutzte dazu die Begriffe positiver und negativer Stress und bezog sich damit auf die unterschiedlichen Reaktionen, die Stress hervorrufen kann. Demnach handelt es sich bei negativem Stress um eine kontraproduktive Form der Stress-Empfindung, welche die Leistungsfähigkeit schmälert und das generelle Wohlbefinden hemmt. Diese Art von Stress kann je nach Persönlichkeit unterschiedliche Auslöser haben.

Für Franziska Höre spielt beispielsweise der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Ein zu vollgepackter Tagesablauf und daraus resultierend mangelnde Erholungszeit bedeutet für die Lehramt-Studentin Stress pur und schlägt sich negativ auf ihre Stimmung aus. Demgegenüber sorgt positiv empfundener Stress für eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit und ermöglicht damit insgesamt bessere Ergebnisse und Leistungen. Kanute Manuel empfindet dieses aufputschende Gefühl  unmittelbar vor jedem Wettkampf, während Personaltrainerin Emilia Andersson von positivem Stress beispielsweise in Prüfungssituationen profitiert.

Wie wirkt sich Stress aus?

Auf die Frage, in welcher Ausprägung sich Stress bei den jeweiligen Personen manifestiert, erhielten wir hingegen sehr unterschiedliche Antworten. Die einzige Überschneidung bezog sich auf die körperlichen Symptome. So berichteten Franziska, Manuel und Emilia übereinstimmend von einem erhöhten Puls und anderen typischen Körperreaktionen wie feuchte Hände und kaltem Schweiß. Franziska berichtete zusätzlich als einzige von Schmerzempfinden in Form von Migräne-Attacken bei hohem Stressaufkommen. Für Wingsuit-Springer Maxi Werndl wirkt sich Stress hingegen vielmehr auf die Art und Weise seiner sozialen Interaktion aus. So berichtet der Extremsportler, dass sein Umfeld in Stresssituationen mit Ungeduld und leichter Reizbarkeit rechnen muss.

Stress Management – Was hilft wirklich?

Natürlich wollten wir auch wissen, wie unsere Interview-Kandidaten mit negativem Stress umgehen und für Entspannung sorgen. Aus diesem Grund wollten wir ihre Meinung zu gängigen Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenem Training hören und baten zudem um persönliche Tipps und Anregungen. Hierbei fielen die Antworten zunächst überraschend einstimmig aus. Mit Ausnahme von Franziska hatte jeder der Befragten mindestens eine bekannte Entspannungstechnik bereits ausprobiert und grundsätzlich gute Erfahrungen damit gemacht – dennoch  bevorzugten unsere Gesprächspartner einhellig eine alternative Methode als Mittel der Wahl zur Stressbewältigung: Den Sport! 

Lediglich die Wahl der bevorzugten Disziplin und die damit zusammenhängenden Effekte stellten sich wieder unterschiedlich dar. So genießt Kanute Manuel in seinem Kajak die Abgeschiedenheit auf dem Wasser und kann durch die körperlich extrem fordernde Trainingsbelastung entspannen, während Maxi Werndl beim Wingsuit-Springen den Adrenalinkick im freien Fall als die ultimative Stressbewältigung empfindet. Deutlich unspektakulärer, aber mindestens genauso effektiv ist die Methode, die Emilia Andersson am anderen Ende der Welt bevorzugt. Bereits ein gutes Buch und die Sonne Australiens reichen für die Auswanderin aus, ihre innere Ruhe wiederzufinden.

Insgesamt lässt sich feststellen: Stress ist ein subjektives Gefühl und wird daher von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen.  Dementsprechend gibt es auch kein Heilmittel oder eine grundsätzlich zu empfehlende Entspannungstechnik, die universell anwendbar wäre. Auf den Punkt gebracht hat diese Erkenntnis Personal Trainerin Emilia: „Du bist selbst für dein Leben verantwortlich. Probiere etwas anderes, wenn du unzufrieden bist.“

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